Ersatzneubau 380-kV-Umspannwerk Eichstetten

Erstellung von Antragsunterlagen sowie Beauftragung und Steuerung von (naturschutzfachlichen) Gutachten

Auftraggeber: TransnetBW GmbH

Projektbild
„Im Umspannwerk Eichstetten wird es nie langweilig: Das Zusammenspiel aus hohen naturschutzfachlichen Anforderungen, einer engagierten Gemeinde und der Vielzahl parallellaufender Projekte sorgt für eine außergewöhnliche Dynamik. Diese bringt kontinuierlich neue Entwicklungen und damit auch neue Genehmigungserfordernisse mit sich und verlangt ein hohes Maß an Flexibilität, Abstimmung und vorausschauender Planung.“
Projektleitung Max Fagioli LL.M.

Der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW erweitert das Übertragungsnetz zwischen Karlsruhe-Daxlanden und Eichstetten am Kaiserstuhl von 220 auf 380 Kilovolt und passt die anliegenden Umspannwerke im Projekt „Netzverstärkung Badische Rheinschiene“ (NBR) an die neuen Bedingungen an. Am Umspannwerk Eichstetten sind umfangreiche Maßnahmen an den 380-kV-Anlagen geplant. Um eine kontinuierliche Versorgungssicherheit zu gewährleisten, werden die Arbeiten schrittweise durchgeführt. Im ersten Schritt erfolgt der Neubau der 380‑kV-Anlage. Dies umfasst den Aufbau von 380-/110-kV-Transformatoren, die Errichtung raumsparender, gasisolierter 380-kV-Schaltanlagen und den Bau von zwei neuen Betriebsgebäuden. Nach dem Neubau findet der Rückbau der nicht mehr benötigten Anlagenteile statt. Zusätzlich wird das Umspannwerk durch neue Leitungseinführungen in das Übertragungsnetz eingebunden.

Ausgeführte Leistungen:  

  • Erstellung, der Antragsunterlagen nach BImSchG, LBO und WHG 
  • Beauftragung und Steuerung der naturschutzfachlichen Leistungen (Kartierungen, Artenschutzrechtliche Fachbeiträge, LBP) 
  • Beauftragung und Steuerung sonstiger Gutachten 
  • Kommunikation mit Fachbehörden 

In den vergangenen Jahren hat das Umspannwerk Eichstetten im Zuge der Modernisierung der Netzinfrastruktur entlang der Badischen Rheinschiene eine außergewöhnlich hohe Dichte an komplexen Änderungsverfahren durchlaufen. Insgesamt wurden vier Verfahren nach § 16 BImSchG initiiert oder umgesetzt, die die kontinuierliche Weiterentwicklung und technische Aufrüstung des Standorts widerspiegeln.

Den Auftakt bildeten die Errichtung und der Betrieb einer 380-kV-gasisolierten Schaltanlage, für die bereits eine Genehmigung vorliegt. Anschließend erfolgte östlich der Bestandsanlage die Errichtung von zwei Netzkupplertransformatoren, die künftig den gesamten 220-kV-Anlagenbereich ersetzen sollen. Auch für dieses Vorhaben wurde bereits eine Genehmigung erteilt. Im weiteren Verlauf rückten Maßnahmen zur Blindleistungskompensation in den Fokus. Zunächst wurde die KPKO-Anlage vorangetrieben, deren Genehmigung in Kürze erwartet wird. Parallel dazu werden derzeit die Antragsunterlagen für die E-STATCOM-Anlage vorbereitet, die eine weitere zentrale Komponente zur Netzstabilisierung darstellt.

Die Lage des Umspannwerks innerhalb eines Wasserschutzgebiets führt in allen Verfahren zu erhöhten Anforderungen, insbesondere beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen. Zahlreiche Anlagenkomponenten enthalten entsprechende Stoffe, wodurch zusätzliche Prüf- und Nachweispflichten im Genehmigungsprozess erforderlich werden. Die Verbindung aus technischer Komplexität, regulatorischen Anforderungen und standortspezifischen Umweltauflagen macht Eichstetten zu einem besonders anspruchsvollen und zugleich richtungsweisenden Projektstandort im Rahmen der Netzentwicklung entlang der Badischen Rheinschiene.