Erweiterung und Modernisierung Umspannwerk Daxlanden

Erstellung von Antragsunterlagen sowie Beauftragung und Steuerung von Gutachten

Auftraggeber: TransnetBW GmbH

„Die Dynamik dieses Projekts stellt hohe Anforderungen an die Steuerung und Koordination aller Beteiligten. Nur durch konsequentes Schnittstellenmanagement und klare Priorisierung lassen sich die Anforderungen aus Planung, Genehmigung und Umsetzung zuverlässig zusammenführen.“
Projektleitung Lina Kasper M. Sc. Geographie

Das Umspannwerk Daxlanden ist Teil des Energiewendeprojekts Netzverstärkung Badische Rheinschiene (NBR) des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW. Im Rahmen des Projekts wird eine bestehende 220-Kilovolt-Freileitung von Karlsruhe-Daxlanden bis Eichstetten am Kaiserstuhl durch eine 380-Kilovolt-Freileitung ersetzt. Auch die anliegenden Umspannwerke entlang der Trasse – darunter das UW Daxlanden – werden an die Netzverstärkung angepasst.

Das Umspannwerk Daxlanden ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Energieversorgung im Raum Karlsruhe, an dem mehrere Freileitungen verschiedener Spannungsebenen zusammenkommen: Es verbindet das Übertragungsnetz mit dem Verteilnetz, mit Erzeugungsanlagen und mit großen Industrieunternehmen.

Mit Blick auf die künftigen Anforderungen wird die Anlage am bestehenden Standort zukunftsorientiert ausgebaut.

Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse werden dabei zwei neue gasisolierte Schaltanlagen errichtet und Kabelverbindungen zum anliegenden Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe geschaffen.

Ausgeführte Leistungen:  

  • Erstellung der Antragsunterlagen nach BImSchG, LBO und WHG 
  • Steuerung der naturschutzfachlichen Leistungen (Kartierungen, Artenschutzrechtliche Fachbeiträge, LBP) 
  • Beauftragung und Steuerung sonstiger Gutachten 
  • Kommunikation mit Fachbehörden 

Im Zuge der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung nach §§ 8, 16 und 19 BImSchG erfolgt die Erweiterung und Modernisierung des Umspannwerks Daxlanden als zentraler Netzknoten der Hochspannungsinfrastruktur. Das Vorhaben umfasst insbesondere die Errichtung und den Betrieb von GIS-Anlagen, die Errichtung von Betriebsgebäuden, die Aufstellung von zwei Transformatoren sowie den Einsatz von Notstromaggregaten zur Sicherstellung der Versorgungs- und Betriebssicherheit.

Die Genehmigung nach Bundes Immissionsschutzgesetz bildet die rechtliche Grundlage für die schrittweise Realisierung des Projekts. Die 1. Teilgenehmigung wurde im Jahr 2024 erteilt. Im Rahmen der 2. Teilgenehmigung wird die Errichtung und der Betrieb der Anlage vollständig konkretisiert und umgesetzt.

Ein zentraler Aspekt des Verfahrens ist der Lärmschutz, insbesondere aufgrund der unmittelbaren Lage des Umspannwerks angrenzend an ein Wohngebiet sowie in Nähe zu gewerblichen Nutzungen. Die schalltechnische Bewertung erfolgt auf Grundlage der TA Lärm und berücksichtigt insbesondere die Betriebsgeräusche der Transformatoren und gasisolierten Schaltanlagen. Ziel ist die sichere Einhaltung der maßgeblichen Immissionsrichtwerte und die Minimierung betrieblicher Auswirkungen auf die schutzbedürftige Nachbarschaft.

Das Projekt steht exemplarisch für die Umsetzung komplexer Infrastrukturvorhaben im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsregimes nach BImSchG. Im Fokus stehen die rechtssichere Zulassung, die technische Umsetzbarkeit sowie die Vereinbarkeit mit den Schutzgütern Mensch und Umwelt. Neben der Anforderungen nach TA Lärm sind auch naturschutzfachliche Belange zu berücksichtigen, insbesondere im Hinblick auf Flächeninanspruchnahme und Eingriffe in Biotopstrukturen. Die Genehmigungsfähigkeit wird durch eine frühzeitige und strukturierte fachgutachterliche Bewertung abgesichert.